Neuer, energieeffizienter Stadtteil nutzt Xylem Pumpentechnologie

Im Stadtteil Nya Krokslätt im schwedischen Göteborg werden sämtliche Gebäude mithilfe einer neuen BTES-Zentrale energieeffizient beheizt und klimatisiert. Obwohl die Baufläche in dem neuen Stadtteil um 65 Prozent zunehmen wird, ist geplant, den für den Bezirk erforderlichen Einkauf von Energie um 10 Prozent zu senken. Zur Distribution von Wärme und Kälte von der BTES-Zentrale werden Xylems Lowala e-LNE Inline-Pumpen eingesetzt.

Das neue Viertel, das in der Nähe des bestehenden Gebiets Krokslätts Fabriker gebaut wird, umfasst Mietwohnungen, Eigentumswohnungen, Bürogebäude, Geschäfte und Kindergärten. Die Gesamtfläche der beiden Gebiete beläuft sich auf über 100 000 m2, von denen ca. 45 000 m2 auf das neue Stadtviertel entfallen, das im Laufe der nächsten fünf Jahre entstehen wird.

Die Menge eingekaufter Energie reduzieren

Die Immobiliengesellschaft Husvärden AB ist für das neue, energieeffiziente Nya Krokslätt verantwortlich. Zielsetzung ist, dass die neuen Häuser, gemeinsam mit den bestehenden Gebäuden des Komplexes Krokslätts Fabriker, den zukünftigen Energievorgaben entsprechen, ohne die wirtschaftliche Nachhaltigkeit des Gebiets zu beeinträchtigen. Das bedeutet, dass die Menge der eingekauften Energie um 10 Prozent reduziert werden muss, trotz der Tatsache, dass sich die Baufläche um 65 Prozent erhöht. Erreicht wird dies durch den Einsatz von Solarzellen zur Stromproduktion, der Entwicklung einer gemeinsamen Heizungsanlage für neue und bestehende Gebäude sowie durch die Nutzung der in den Büros und Geschäften entstehenden Überschusswärme zur Beheizung der Wohnungen.

Das Technologieberatungsunternehmen Bengt Dahlgren AB arbeitet seit mehreren Jahren mit Husvärden AB in diesem Projekt zusammen.

„Wir diskutierten bereits im frühen Stadium des Projekts, wie die Gebäude so energieeffizient wie möglich beheizt und klimatisiert werden können“, berichtet Jacob Pontusson, ein Energie- und Umweltberater bei Bengt Dahlgren AB. „Es bestand die Option, das gleiche System zu wählen wie bei Krokslätts Fabriker, d. h. Fernwärme einzukaufen und in den einzelnen Gebäuden separate Kühlsysteme zu installieren, oder in eine zentrale Anlage zu investieren und die bestehenden Gebäude mit den neuen zu verbinden. Beim Durchrechnen beider Optionen kamen wir zu dem Schluss, dass ein zentralisiertes System sowohl aus Umweltsicht als auch wirtschaftlich die beste Lösung darstellt. Der größte Vorteil eines zentralen Systems ist jedoch, dass die entstehende Überschusswärme nicht verloren geht, sondern innerhalb des Gebiets umgeleitet werden kann.

Speicherung von Überschusswärme

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Die Entscheidung fiel auf den Bau einer BTES-Zentrale zur Beheizung und Klimatisierung des gesamten Gebiets. Die Zentrale wurde in das neue Parkhaus des Viertels integriert. Unter dem Gebäude wurden 80 Bohrungen zu Speicherung der Wärme ausgeführt. Weitere 40 Bohrungen sind zu einem späteren Zeitpunkt geplant, was die Anlage zu einer der größten ihrer Art in ganz Schweden macht. Die Bohrungen werden zur Speicherung der im Sommer in den Gebäuden entstehenden Überschusswärme genutzt, die dann im Winter zur Beheizung der Gebäude verwendet wird. Das Unternehmen Installationsbolaget AB war für die Verlegung der Rohre und die Pumpeninstallation in der Speicherzentrale verantwortlich.

„Es handelt sich um ein sehr komplexes System“, erklärt Dennis Juhlin, Projektmanager bei Installationsbolaget AB. „Die räumlichen Vorgaben in der Speicherzentrale sind sehr begrenzt, und es mussten eine Menge Pumpen, Rohre und Tanks installiert werden. Daher war eine gut durchdachte Planung erforderlich, um alles in der richtigen Reihenfolge zu entwerfen, zu montieren und zu installieren. Die für die Zentrale benötigten Pumpen ließen wir uns über eine Ausschreibung von unterschiedlichen Pumpenherstellern anbieten. Nach der Durchführung einer Lebenszyklus-Kostenbewertung zeigte sich, dass die Pumpen von Xylem am energieeffizientesten sind und somit die beste Lösung darstellen.“

Energieeffiziente Kreiselpumpen

Bei Xylem ist Niklas Meyer der Account Manager für das Projekt und Emil Wallander der technische Leiter.

„Wir entschieden uns, unsere neue Baureihe energieeffizienter Kreiselpumpen einzusetzen, die Lowara e-LNE Inline-Kreiselpumpen“, berichtet Niklas Meyer. „Es handelt sich um eine relativ neue Pumpenserie, die den seit 2015 geltenden, strengen Energiebestimmungen gerecht wird. Mit unserer Pumpenlösung wird Nya Krokslätt ca. 175 000 kWh pro Jahr einsparen können.“

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Bei dem Projekt müssen enorme Mengen Wasser zirkulieren, daher wurden in der Speicherzentrale insgesamt 19 Lowara Pumpen installiert. Der Großteil der Pumpen dient zur Lieferung von Wärme und Kälte an sämtliche Gebäude im Gebiet, während drei Pumpen die Aufgabe haben, Überschusswärme in die Bohrlöcher zu pressen.

„Bislang wurden die Gebäude von Krokslätts Fabriker mit Fernwärme beheizt und hatten lokale Kühlsysteme“, erklärt Jacob Pontusson. „Wurde in einem Gebäude Überschusswärme generiert, wurde dieses gekühlt und die Wärme ging verloren. Mit der neuen BTES-Zentrale kann Überschusswärme jetzt in dem Gebiet umverteilt werden. Drei riesige Kühlaggregate dienen als Wärmepumpen, die sowohl Kälte als auch Wärme liefern können. Außerdem gibt es drei große Tanks zur Speicherung von Überschusswärme während des Tages, während die Bohrlöcher zur Speicherung der Wärme über einen längeren Zeitraum dienen.“

Erfolgreiche Installation

Die Installation begann vergangenen Herbst und jetzt ist die gesamte Anlage fertig gestellt und bereits in Betrieb.

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„Es ist ein wirklich interessantes, aber auch anspruchsvolles Projekt, da die gesamte Ausrüstung auf begrenztem Raum installiert werden musste“, fährt Pontusson fort. „Wir haben noch einiges zu tun. Bis zur Fertigstellung der Anlage werden insgesamt 120 Bohrungen in dem Gebiet ausgeführt.“

„Unser Team hat bei dieser Installation, bei der eine Menge Ausrüstung auf engem Raum montiert werden musste, wirklich hervorragende Arbeit geleistet“, fährt Dennis Juhlin fort. „Alles lief nach Plan und wir konnten den Zeitplan einhalten. Außerdem möchte ich die gute Zusammenarbeit mit den Experten von Xylem erwähnen, die uns sowohl telefonisch als auch vor Ort hervorragend unterstützt haben.“

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